APOTHEKENPFLICHTIGE SCHMERZMITTEL: GEFAHREN WERDEN HÄUFIG UNTERSCHÄTZT

Ob Kopf-, Rücken- oder Zahnschmerzen, der erste Gang führt häufig in die Apotheke, bevor ein Termin beim Arzt vereinbart wird. Immerhin können viele Beschwerden ja bereits mit einem frei verkäuflichen Schmerzmittel gelindert werden. Zu den gängigsten Schmerzmitteln gehören Ibuprofen, Aspirin und Diclofenac. Da auch die rezeptfreien Medikamente mit gewissen Nebenwirkungen verbunden sein können, dürfen die Schmerzmittel nur durch Fachpersonal in der Apotheke abgegeben werden. Obwohl diese auf die Gefahren der Einnahme hinweisen sollten, bleibt es meist nur bei einem normalen Verkaufsgespräch und eine ausreichende Aufklärung findet nicht statt. Die US-Arzneimittelbehörde hingegen warnt vor den rezeptfreien Schmerzmitteln und möchte diesbezüglich die Warnhinweise auf den Verpackungen nun verschärfen.

 

Rezeptfrei, aber nicht ungefährlich

Schmerztabletten werden täglich verkauft und die Selbstmedikation mit den schmerzstillenden Wirkstoffen ist weitverbreitet. Viele Käufer lesen sich nicht einmal den Beipackzettel durch und schlucken die Tabletten ohne Bedenken. Dabei sind die gesundheitlichen Risiken bei den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht geringer, als bei denen mit Verschreibungspflicht. Gesundheitsexperten sind anhand der leichtfertigen Einnahme besorgt.

Die Arzneimittelbehörde in den USA (FDA) geht nun dazu über die Warnungen auf den nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) zu verstärken. Bislang standen die Schmerzmittel lediglich unter Verdacht, dass sie die Entstehung von Herzerkrankungen und Schlaganfällen begünstigen könnten. Mittlerweile steht jedoch fest, dass diese das Risiko deutlich erhöhen und für Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen sogar tödlich enden können. Daher ist auch bei den vermeintlich harmlosen Medikamenten Vorsicht geboten.

Im Jahr 2004 nahm der Hersteller Merck das Schmerzmittel Vioxx vom Markt, da in einer Langzeitstudie ein erhöhtes Infarktrisiko festgestellt werden konnte. Die aktuellen Warnungen betreffen aktuell nicht nur ein Schmerzmittel, sondern beziehen sich auf alle Wirkstoff der NSAID. Dazu gehören unter anderem Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac und Aspirin.

Nicht nur in den USA ist das Risiko bekannt, auch in Deutschland werden bereits Diskussionen bezüglich der rezeptfreien Abgabe der Schmerzmittel geführt. Bislang blieben diese jedoch ohne Ergebnis.

 

 

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/frei-verkaeufliche-schmerzmittel-vioxx-laesst-gruessen-1.2570392